
Hinten v.l.n.r.
Gerhard Kroell 40plus
Kurt Mayer Elektrofachhändler
Michael Feiertag Steirisches Tourismusmarketing
Helmut Gramer Steirischer Sommelierverein
Anton Kohlbacher Weinhandel Kohlbacher
Gerhard Mann Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Frank Dicker Servus Abfall
Georg Lexer Weingut Kegley und Lexer
Sabine Flieser-Just Genusscoach
Gerhard Koch ORF
Matthias Kroell My Premium Pellets
Ernst Koschuch KASALM
Martin G. Wanko 40plus (vorne)
Einmal mehr bietet Anton Kohlbacher mit seinem Weinhandel in der Leonhardstraße dem 40plus-Verkosterteam den idealen Platz um acht sehr unterschiedliche Weine zu beurteilen. Die Moderation und Weinauswahl übernahm 40plus Chefredakteur Martin G. Wanko.
Skringer
Sauvignon Blanc by Lena

Lage: Steile Hanglagen am Pössnitzberg
Ausbau: 6 Monate Stahltank
Besonderheit: Signaturwein der jungen Winzerin
– Helmut Gramer: Eine junge Winzerin vom Eichberg. Stachelbeer-Aromen und ein wenig Reduktion, wie sie zur Zeit in Mode ist. Das gibt dem Wein Straffheit. Wir haben hier viel Präzision und durch den Kalkboden am Pössnitzberg bekommt er eine sehr elegante Frische, mit Zitrusnoten am Gaumen.
– Michael Feiertag: Das ist unsere steirische Visitenkarte!
– Gerhard Mann: Von der Typizität passt er genau zur Herkunft. Eine sehr runde Geschichte.
– Kurt Mayer und Matthias Kroell: Der klassische Sauvignon Blanc für zu Mittag zum Backhendl.
– Gerhard Koch: Für einen Sauvignon Blanc Freund, der ich bin, ein Geschenk.
– Ernst Koschuch: Frisch. Zarte, bittere Mandel, toller Sommerwein. Gefällt mir sehr gut.
– Georg Lexer: Super schöner Südsteirer. Kann man den ganzen Tag trinken.
– Frank Dicker: Es gibt drei Sorten Wein, haben mir die Italiener erklärt: Den Swimmingpool-Wein, den Pasta-Wein und den Fleisch-Wein. Diesen Wein würde ich unter den Swimmingpool-Weinen in Richtung Pasta-Wein einreihen.
– Sabine Flieser-Just: Es sind diese Kühle und Frische, die diesen Wein ausmachen. Die kalten Winde der Koralm kommen hier sehr gut zum Vorschein. Das Aroma ist brillant und klar. Er bleibt schön am Gaumen, für Spargel ist er zum Beispiel prädestiniert!
Zitat: Georg Lexer: „Super schöner Südsteirer. Kann man den ganzen Tag trinken.“
Georg Lexer: „Super schöner Südsteirer. Kann man den ganzen Tag trinken.“

Artner
Cuvée: Grüner Veltliner und Chardonnay | Höflein Weiß

Boden: Sandiger Löss
Ausbau: Edelstahltank
– Flieser-Just: Carnuntum lässt grüßen. Veltliner dominiert. Sehr birnig, Kräuter-frisch, der Chardonnay stützt ihn schön. Wahrscheinlich eine kurze Maischestandzeit, hat so einen leichten Gerbstoff am Gaumen, das stützt den Wein etwas.
– Dicker: Bei dem freue ich mich schon auf den Käse!
– Koschuch: Ich finde ihn für die Breite, die er zu Beginn im Mund hat, etwas zu kurz. Toller Alltagswein. Er will nicht zu viel von einem und das ist gut so.
– Kroell: Für mich ein Speisenbegleiter, mit der Burgunderunterstützung ist das super!
– Koch: Schöne Exotik in der Nase, ich rieche Passionsfrucht heraus, gut zu Fleisch.
– Mann: Ich schmecke Niederösterreich heraus. Gut zum Trinken, keine Überlänge, kann auch zu Deftigem gut funktionieren. Exotische Note: Ananas.
– Gramer: Das Auffallendste ist der Gerbstoff, das tut ihm gut. In der Nase würzig und reif, am Gaumen recht frisch. Hat eine gute Länge und einen schönen Druck am Gaumen.
Kopfensteiner
Cuvée: Weißburgunder, Grüner Veltliner und Welschriesling

Boden: Braunerde mit Felsen und Schiefer
Vergärung: 12 Stunden Maischestandzeit
Ausbau: 12 Monate großes Holzfass
– Gramer: Extrem burgundisch, elegantes Holz, sehr harmonisch, schöne Frische am Gaumen. Ein großartiger Wein mit sehr guter Balance.
– Feiertag: Spannende Cuvée. Muss Meinung revidieren, dass das Burgenland nur für Rotwein gut ist.
– Mann: Am Rande nehme ich den Welsch mit. Ausgezeichnet!
– Koch: Welsch gut eingebunden, ein lockerer Wein für den Nachmittag.
– Koschuch: Hält die Spannung aufrecht, mir gefällt die Rauchigkeit. Wenn Burgenland, dann dort!
– Lexer: Kombination ist spannend, erinnert an Frankreich, definitiv. Für mich ein toller Wein.
– Flieser-Just: Könnte man tatsächlich in ein großes Burgunderglas geben. Er schießt in keine Aromatik hinaus, er vereint sehr schön Apfel-Birne-Töne, verschiedene Apfelsorten, Kräuter und eben die leichte Rauchigkeit. Geht auch zu Spargel mit einer Sauce Hollandaise.

Riegelnegg Olwitschhof
Sauvignon Blanc

Ausbau: 18 Monate Stahltank
– Flieser-Just: Ein Klassiker seit Jahrzehnten. Unglaubliches Aromenbouquet in der Nase, sehr dicht am Gaumen, superschöne Länge, das Holz wunderbar eingebunden. Komplex, hochelegant. Lagerpotenzial um die 15 Jahre.
– Lexer: Traumhaft! In 10 Jahren sollten wir uns treffen, um den Wein nochmals zu trinken.
– Koschuch: Traumhaft und fast ein Verbrechen, ihn jetzt zu verkosten. Wenn der Keller passt, gehen sich 20 Jahre aus.
– Kroell: Der erinnert mich im Guten an eine Zeit zurück, wo ich gerne SB getrunken habe. Da würde ich wieder einsteigen.
– Mayer: Er entwickelt sich im Glas. Wirklich ein Genuss! Kann mich meinen Vorgängern nur anschließen.
– Koch: Ich finde die Etiketten vom Riegelnegg beeindruckend! Wunderbar am Gaumen. Schmeckt schon heute sensationell.
– Mann: Zu einem Kalbsgulasch wäre das jetzt wunderbar. Für den Reiferen dann Rindsgulasch.
– Feiertag: Super präzise auf der Frucht, Sauvignon Blanc pur. Man sieht schon, warum sie einmal Weltmeister waren.
– Dicker: Ein Traum. Ich würde ihn jetzt auch schon trinken, weil er jetzt schon Spaß macht.
– Gramer: Ganz großartiger Wein. Fruchtbetont, das bewirken die Sandböden und der Ausbau im Stahltank. Ich würde den jetzt schon mit Vergnügen trinken und über die nächsten 5 Jahre. Sehr harmonisch.
Kollerhof
Souvignier Gris (PIWI) | Bahnbrechend

Ausbau: Kleines Holzfass
Besonderheiten: PIWI (pilzwiderstandsfähig) | Innovation + Tradition
– Gramer: Vom Ausbau im kleinen Holzfass geprägt. Hat aber genug Extrakt um das ausgleichen zu können. Länge und Intensität sind vorhanden, braucht aber noch etwas Zeit. Ein sehr guter Wein.
– Dicker: Finde ich auch. Kann man trinken.
– Mann: Dieser PIWI geht schon in Richtung klassischer Wein, aber es wird noch eine Zeit brauchen, bis wir uns an diesen Wein gewöhnen. Es werden mehr PIWIs werden, finde ich auch gut.
– Koch: Ohne die Einbegleitung hätte ich den nicht als Piwi eingeordnet. Der erste dieser Art, den ich für gut trinkbar halte. Frei nach einem ehemaligen Landeshauptmann: „Hät i ma net denkt“.
– Koschuch: Mit unseren klassischen Geschmackskanon bezüglich Fruchtigkeit und Kräuternoten gehen die PIWIS durchaus analog. Ob der jetzt ein PIWI ist oder nicht, ist vom Geschmack her eher nebensächlich.
– Lexer: Mir schmeckt der Wein ausgezeichnet. Ich gebe besonders dieser Sorte viele Chancen und hoffe, dass das in diese Richtung weitergeht.
– Flieser-Just: Harald Lieleg experimentiert sehr gerne. Das Holz wird in den Jahren vergehen müssen, die Frische gefällt mir gut.

„Schöner, runder Wein. Man muss ihn liegen lassen und schauen, wie er sich entwickelt.“ Gerhard Mann
