Diesmal nichts verschenken?

Zu viele Geschenke. Frau im Rodenbeet.
Genug ist genug? Foto:© Bild KI-generiert mit ChatGPT

“Insgesamt transportiert Lufthansa Cargo in diesen Tagen mehr als 1200 Tonnen Rosen nach Frankfurt. Das entspricht rund 34 Millionen Valentinsrosen oder 14 volle Frachtflugzeuge vom Typ MD-11.”, weiß die Lufthansa zu berichten. 

Es wird also geschenkt. Kann das nicht einfach aufhören? Plötzlich nichts schenken ist gleich schwierig wie plötzlich schenken. Der Partner könnte vermuten, dass etwas dahintersteckt oder in der Beziehung nicht stimmt. Gleichgültigkeit, plötzliche Geldsorgen oder doch eine andere Person? Und schon werden Sakkos durchwühlt, Terminkalender durchgeschaut und schon befindet man sich im Beziehungsgeflecht diverser Valentinstagsspielfilme wieder. Welch Graus! Was ist schon ein anständiger Blumenstrauß gegen Stress nach Nicht-Schenken? Sätze wie “Ich schenke dieses Jahr nichts, weil, weil, weil …”, sind halt selten geschmeidig. Und manchmal schätzt die Person, die „immer beschenkt“ wird, den symbolischen Wert eines Geschenks erst dann so richtig, wenn sie einmal leer ausgeht – ach wäre es nur eine Rose gewesen.  

Ein netter Abend am Genussgut Krispel.
Fotos: Krispel/© Broboters

Früher warb die Tabakregie in Österreich noch mit dem Slogan: “Beim Schenken an Zigaretten denken!”. Heute traut sich dieses Emailschild keiner so recht aufhängen. In Finnland wird anonym verschenkt. Auch interessant, das könnte in Österreich ein Horrorfilm werden. Ein Abend zu zweit hat hierzulande mehr Sinn.

Relativ neu, und vielleicht sorgt auch das für neuen Esprit: Der Mann als Beschenkter. Das hat natürlich den Vorteil, dass so ein bisschen Bewegung in den angestaubten Laden kommt: Sie schenkt ihm, er schenkt ihr. Ja, jetzt einmal keine Socken. Sein Parfum hat er auch schon. Mal schauen, was er gerne in seiner Freizeit tut. Kocht er gerne? Geht er Fischen? Kann er von seiner Xbox nicht lassen? Eine Ausbildung zum Biersommelier oder doch neue Laufschuhe, obwohl das mit Laufschuhen schwierig sein kann: Die Marke, der Laufkomfort, da muss man über den Beschenkten schon sehr genau Bescheid wissen. Aber im Grunde bleib ich dabei: Zweisamkeit soll erlebt werden. Zum Bier- oder Weinsommelier kann man sich auch zu zweit ausbilden lassen. Ansonsten gilt: Raus aufs Land oder hinein in die Stadt, ein Weekend in Zweisamkeit hat selten geschadet! Wenn Sie dann noch den richtigen Sekt dabei haben, vielleicht einen vom Weingut Krispel, kann das nicht schaden. 

Text: Red. Wa. 

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