Mehr Ressourcen für die Kreislaufwirtschaft.

Unterschiedl. Dosen warten auf die Wiederverwertung

Mehr als 250 Expert:innen der österreichischen Abfall- und Ressourcenwirtschaft trafen sich in Lech am Arlberg (Vorarlberg), um aktuelle Branchentrends zu besprechen. Im Zentrum stand die Frage, wie Menschen auch in bewegten Zeiten handlungsfähig bleiben und Entscheidungen treffen können. Katharina Rogenhofer vom KONTEXT-Institut bestätigte, dass die Abfall- und Ressourcenwirtschaft einen wichtigen Beitrag leistet, um Österreichs Industrie zu stärken.

Wien, am 22. Juni 2026 – Mehr Tempo bei der Umsetzung von Lösungen, die bereits existieren – das wünscht sich nicht nur Klimaexperte Andreas Jäger, sondern auch die österreichische Abfall- und Ressourcenwirtschaft bei ihrer Jahrestagung in Lech am Arlberg. Die Branche verfügt über das nötige Wissen und die Infrastruktur, um im großen Stil aus Abfall neue Ressourcen zu schaffen, von denen die Industrie und Wirtschaft und somit die österreichische Wirtschaft profitieren. Doch das Potenzial wird bei weitem nicht ausgeschöpft, da politische und rechtliche Rahmenbedingungen die Umsetzung in vielen Fällen einschränken. Gabriele Jüly, Präsidentin des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB), nennt ein konkretes Beispiel: „Noch immer werden recycelte Materialien gegenüber primären Rohstoffen in vielen Bereichen – etwas beim Transport oder der Verbringung ins Ausland – rechtlich benachteiligt, obwohl ihr Einsatz in der Produktion unsere Ressourcen schont, weniger Emissionen verursacht und die Abhängigkeit von Rohstoffimporten verringert.“

Andreas Jäger (ORF-Klimaexperte) und Gaby Jüly (Präsidentin VOEB)
Fotograf:in: Aaron Ladner

Markus Merk, ehemaliger FIFA-Schiedsrichter und mehrfacher „Weltschiedsrichter des Jahres“, zeigte in seiner Keynote „Sicher entscheiden“, worauf es ankommt, wenn Entscheidungen unter Druck, bei hoher Geschwindigkeit und mit großer Tragweite getroffen werden müssen. Die Abfall- und Ressourcenwirtschaft ist aktuell mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert: neue regulatorische Vorgaben, unsichere Lieferketten, steigende Qualitätsanforderungen und der wachsende Bedarf der Wirtschaft an verlässlichen Sekundärrohstoffen. Gerade in solchen Phasen zählt vor allem die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. „Sicher entscheiden heißt nicht, immer sofort alles zu wissen – sondern unter Druck handlungsfähig zu bleiben und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen“, so Merk. 

Klimaexperte: Wir wissen, was zu tun ist

ORF-Klimaexperte Andreas Jäger zeigte in seinem Impulsreferat „Good News: Warum wir doch die Kurve kratzen“, dass die Lösungen, um die Klimakrise zu bewältigen, längst verfügbar sind. Entscheidend sei, stärker ins Handeln zu kommen und vorhandene Chancen schneller zu nutzen. „Die gute Nachricht ist: Wir wissen, was zu tun ist – und vieles davon funktioniert bereits. Jetzt geht es darum, das Tempo zu erhöhen und die Kurve tatsächlich zu kratzen“, so Jäger. Sein Appell: Klimaschutz hat nichts mit Verzicht zu tun, sondern vielmehr mit Gewinn – in Form eines klaren Nutzens für Gesellschaft, Wirtschaft und kommende Generationen.

Titelfoto: KI-generiert mit ChatGPT

Gekürzte Presseaussendung vom Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB)

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