Wie der Fisch in den Fluss kommt

Urs Harnik-Lauris

Flüsse gehören gepflegt und die Verantwortung als Inhaber der Fischereirechte ist nicht ohne, weiß Urs Harnik-Lauris, Kommunikationschef der Energie Steiermark, zu berichten.

Herr Harnik-Lauris, ist es nicht überraschend, als Energieversorgungsunternehmen auch Inhaber von Fischereirechten zu sein?

Die Energiegewinnung aus Wasserkraft steht in engem Kontakt mit allen Themen rund um das Thema Wasser und Gewässer. Beim Bau von Kraftwerken werden stets mit allen Beteiligten Gespräche gesucht und geführt. Mit Blick auf die Fischerei hat man sich häufig zum Erwerb der Fischereirechte entschieden. Dies erleichtert in der ganzheitlichen Betrachtung der Projekte die Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderungen von ökologisch nachteiligen Auswirkungen.

Welche Fischereirechte besitzt die Energie-Steiermark eigentlich?

Die Energie Steiermark besitzt historisch bedingt Fischereirechte an unterschiedlichen Fließgewässern in der Steiermark. Unter anderem an der Mur, der Enns und der Feistritz. (Mur, Enns, Feistritz, Raab, Mürz)

Welche Aufgaben stellen sich hier als Fischerei-Bewirtschafter?

Das hängt davon ab, ob die Reviere von uns als Energie Steiermark bewirtschaftet werden, oder das Fischereirecht verpachtet ist. Neben Erstellung von Pachtverträgen, Austausch mit den Pächtern und Behörde, Bestellung von Aufsichtsfischern, sind auch Kontrollen vor Ort und die Teilnahme an wasserrechtlichen Verhandlungen notwendig. Auch bei Gewässerverunreinigungen werden wir als Fischereiberechtigte aktiv. Ein wesentlicher Punkt ist auch die Bewirtschaftung im fischereilichen Sinne.

Welche Maßnahmen für den Fisch-Fortbestand hat die Energie Steiermark bezüglich des Murkraftwerks gesetzt? (Werden die von den Fischen auch angenommen?)

Im Zuge der Errichtung des Murkraftwerk in Graz, wurden mehrere solcher Maßnahmen umgesetzt. Zum Beispiel wurde mit der Neuerrichtung von flussbegleitenden Nebengewässern, welche durch die Begradigung der Mur im 19. Jahrhundert verschwanden, wertvoller Lebensraum für Jungfische geschaffen. Das über 2 ha große Aubiotop in Rudersdorf und auch das neu errichtete Gerinne mit Teich im Kraftwerkspark werden bereits sehr gut von Brut- und Jungfischen angenommen. Im Stauraum fungieren die Biotopbäume als funktionale Struktur und Deckungsmöglichkeit. Zusätzlich erfolgt, im Zuge der fischereilichen Bewirtschaftung, ein Besatz mit heimischen Fischen mit Ende der Bauphase.

Weil es im 40plus um die Nachhaltigkeit geht, sind die Mini-Solaranlagen in der Steiermark nach wie vor im Vormarsch?

Wir sehen generell einen Boom für PV-Anlagen für private Haushalte und Gewerbe Industrie. Auch Mieterstrommodelle sind im Vormarsch. Die Energie Steiermark ist mit ihrer Tochtergesellschaft E1 Komplettanbieter für die Installation von Photovoltaikanlagen.

Interview: Martin G. Wanko

Bild: Lex Karelly