Die Stadt bleibt uns erhalten.

Im letzten Editorial haben wir uns noch über die Maske unterhalten, die so plötzlich in unser Leben eintrat, so schnell sie auch wieder von der Bildfläche verschwand. Fast zu schnell, meinte man jetzt, aber Hand aufs Herz, ich kenne keinen Menschen, der Anfang Mai das Ende der Maskierung nicht als Erleichterung empfand. Wir sprachen damals noch davon, die Maske nicht ganz weit hinten im Kasten zu verstauen und das hat sich ja jetzt als richtig herausgestellt. Jetzt ist sie wieder da. Wir müssen halt alle wieder ein bisserl brav sein, auch die Welt unter 40. Das klingt jetzt gar nicht aufregend, aber nur so schaffen wir es, dass die Läden und Lokale auch über Weihnachten offenhalten und so unsere(!) Stadt beleben.

Die Stadt, um die geht es auch in dieser Nummer. Aus gutem Grund: Von New York City bis nach London ziehen sich die Menschen aus denMetropolen zurück und finden ihr Glück in übersichtlichen, gut strukturierten Städten in der Größe wie Graz wieder. Mal schauen, wie lange die Trendumkehr anhält, jedoch ist sie eine Aufwertung für mittelgroße Städte. Trotzdem bleibt Graz eine Stadt mit einer gewissen Anonymität, und ohne so einem städtischen Refugium gäbe es Geschäfte wie die Bücherstube gar nicht, online wäre die nie erfunden worden, zumindest hätte Peter Handke nicht leibhaftig die gute Stube betreten, sondern maximal virtuell und das ist zum Glück immer noch etwas Anderes. Auch lässt es sich seit jeher gut durch die eine aufwachende Stadt joggen, wie unser Marlboro Mann zu berichten weiß. Über das und vieles mehr lesen Sie in dieser Ausgabe.

Wie die Ampeln auch stehen, bleiben Sie wohlauf und wie schon Panikrocker Udo Lindenberg verkündete: „Maske auf und mit panischer Konsequenz da durch!“

Martin G. Wanko