Die Freiheit des Steuerzahlers

Die Steuer ist eine Geldleistung, der man sich erstens nicht entziehen kann und die zweitens auch zu keiner konkreten Gegenleistung des Staates führt. Demnach ist die Energiesteuer beispielsweise keine Gebühr für die Straßenbenutzung und die Hundesteuer ist keine Gebühr für die Beseitigung des Hundekots.

Das Steuersystem in Österreich hat sich in den letzten Jahren zu einem komplexen, undurchsichtigen und schwer administrierbaren Regelwerk entwickelt. Der Beitritt zur Europäischen Union hat dazu geführt, dass Österreich in seiner Steuergesetzgebung auch nicht mehr frei ist. Die Diskussionen über die Einführung einer Digitalsteuer und die Hürden, die hier zu bewältigen sind, belegen dies.

Dem ehrlichen Steuerzahler bleibt jedoch die Möglichkeit seine individuelle Situation so zu optimieren, dass er im Rahmen der bestehenden Gesetze so wenig Steuern wie möglich zahlt. Dies beginnt häufig mit der Wahl der für den Unternehmer richtigen Rechtsform, geht über die geschickte Gestaltung von Verträgen und ist meist auch von der Wahl des Steuerberaters abhängig.

Die Grenzen der Freiheit liegen jedoch im Finanzstrafrecht. Und hier zeigt die Erfahrung der letzten Zeit, dass die Behörde hier zunehmend strenger wird. War es früher noch ein „Kavaliersdelikt“ die Privatnutzung seines Autos zu verleugnen oder geringer anzugeben, so ist dies heute ein Thema, mit dem sich nach einer Abgabenprüfung auch die Strafbehörde beschäftigt. Das gleiche Schicksal kann drohen, wenn beispielsweise gewisse Repräsentationen (VIP-Tickets, etc.) den Weg in die Buchhaltung finden, die eindeutig privat veranlasst sind. Also seien Sie vorsichtig! Im Steuerrecht ist die Freiheit nicht grenzenlos.

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